Hakenkreuz

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Hakenkreuz – Persönlichkeiten des Dritten Reiches
GESCHICHTE / Personen im Umfeld

Leni Riefenstahl

Die schöne Schauspielerin Leni Riefenstahl erschien wie ein Komet in der Filmwelt des NS-Regimes. Die hochbegabte Frau des 20. Jahrhunderts entfaltete auch als Regisseurin ein Talent, das ihr Hitlers persönliche Gunst einbrachte. Nach dem Krieg leugnete sie hingegen unablässig den Propagandacharakter ihrer Filme. War ihr Leben eine Flucht in die Illusion des Talents?

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Dieser Text wurde vom Autor auf Grundlage von Filmaufnahmen und anderen Materialien verfasst. Bitte unterscheiden Sie beim Lesen zwischen Zitaten, Beschreibungen der Quellen und den Ansichten des Autors. Der Beitrag kann Schilderungen und dokumentarische Bilder historischer Verfolgung und Kriege enthalten.

Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl

Als Mädchen war Leni vom Tanzen begeistert.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg Leni in die aufblühende deutsche Filmwelt ein und machte sich als faszinierende Nachwuchsschauspielerin einen Namen. In der Hitlerzeit entfaltete sie dann ihr Talent als Regisseurin. Doch dieser Erfolg verstrickte sie in eine Tragödie.

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Am Ende des 20. Jahrhunderts erschien ein Buch über Leni Riefenstahls wechselvolles Leben. Mit 98 Jahren rückte sie erneut ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit.

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Der Film, der Leni Ruhm als Regisseurin brachte und später heftige Kritik auslöste, war ein 1934 gedrehter Propagandafilm für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

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Leni Riefenstahl: „Vor 1945 hat keine Zeitung behauptet, ‚Triumph des Willens‘ sei ein Propagandafilm. Die ganze Welt hat mich gefeiert. Nach dem Krieg änderte sie plötzlich ihre Haltung, und ich wurde auf einmal wie eine Verbrecherin behandelt.“

In die Welt des Films

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In den 1920er Jahren, als Leni sich für den modernen Tanz begeisterte, suchte die Zeit nach neuen Ausdrucksformen. Im Vertrauen auf ihr Talent und mit überschäumender Leidenschaft und Ehrgeiz stürzte sie sich in die Welt der Massenunterhaltung.

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1923 kam an einer Berliner U-Bahn-Station die entscheidende Wende. Im Vorbeigehen fiel ihr das Plakat des Films „Der Berg des Schicksals“ auf. Dieser Film weckte Lenis Sehnsucht nach der Welt der Leinwand. Durch ihren mutigen Einsatz sollte sie diesen Traum bald verwirklichen.

In den 1920er-Jahren waren Bergfilme große Kassenerfolge. Waghalsige Männer und schöne Heldinnen strebten nach dem GipfelGipfel des Erfolgs.

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Der Kameramann G. Lantschner: „Riefenstahl musste die ständig neuen Anforderungen des Regisseurs erfüllen. Das Spiel in verschneiten Bergen war gefährlich und verlangte beträchtlichen Mut. Doch sie ging jede Aufgabe begeistert an und beklagte sich nie, etwas sei zu schwierig.“

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Ein Spiel wie das eines Stuntmans. Bei Dreharbeiten in verschneiten Bergen gab es damals weder Doubles noch Spezialeffekte. Selbst die Lawinen waren echt.

Vom Stummfilm zum Tonfilm.

Ein Rollenangebot folgte dem anderen. Die aufstrebende Schauspielerin Leni übernahm die unterschiedlichsten Rollen, vom Actionfilm bis zum Melodram. Doch all das genügte ihrem Ehrgeiz nicht.

Regisseur Arnold Fanck, der Leni als Schauspielerin entdeckt hatte, erkannte ihr verborgenes Talent für die Kameraarbeit. In jeder freien Minute zwischen den Dreharbeiten lernte sie den Umgang mit Kamera und Ausrüstung sowie Belichtung, Filmentwicklung und Schnitt.

Dokumentarische Abbildung zum Artikel„Das blaue Licht“
1932

Bereits 1931 schrieb sie ein eigenes Drehbuch und wagte ihr erstes Werk als Hauptdarstellerin und Regisseurin.

Schönheit

Leni Riefenstahl, die hochbegabte Frauhochbegabte Frau der Leinwand. Ihre Schönheit zog die Männer um sie herum unweigerlich in ihren Bann.

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Der Schauspieler B. Freitag: „Natürlich war sie attraktiv. Ihre wohlgeformte Figur, ihr Auftreten, ihr Blick, wenn sie jemanden ansah. Für sie wäre es ein Leichtes gewesen, nun, vielleicht nicht zehn, aber zwei oder drei Schauspieler völlig um den Finger zu wickeln.“

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Leni verliebte sich immer wieder leidenschaftlich in Schauspielkollegen und Mitarbeiter. Die Männer rivalisierten um ihre Aufmerksamkeit. Doch keine dieser spielerischen Liebesbeziehungen hielt lange. Der Mensch, mit dem sie ihr Leben teilen würde, war Leni noch nicht begegnet.

Begegnung mit Hitler

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Deutschland Anfang der 1930er-Jahre. Mit dem Ehrgeiz, die Macht zu ergreifen, hielt Adolf Hitler im ganzen Land unermüdlich Wahlreden. Leni Riefenstahl besuchte eher beiläufig eine politische Versammlung der Nationalsozialisten und war von Hitlers leidenschaftlicher Rede fasziniert.

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Hitler: „1 Million … 2 Millionen … 3 Millionen … 4 Millionen … 5 Millionen … 6 Millionen … 7 Millionen. Es wird 7 Millionen Arbeitslose geben.“

Später erinnerte sich Leni an diese schicksalhafte Begegnung: „Es war, als wölbe sich der Erdboden immer höher, reiße plötzlich in der Mitte auf und lasse mit ungeheurer Wucht Wasser hervorbrechen. Ich hörte nur zu, wie gelähmtgelähmt.“

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Leni schreibt Hitler einen Brief. Damit beginnt eine schicksalhafte Freundschaft.

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Der Filmhistoriker H. Hoffmann: „Auch Hitler war von ihren frühen Filmen beeindruckt gewesen. Deshalb freute er sich über Lenis Wunsch, ihn kennenzulernen. In seinem Umfeld gab es damals keine Künstler, und auch sonst suchten sie nicht seine Nähe. Riefenstahl war für Hitler somit die erste Person, die seine Liebe zur Kunst erwiderte.“

Die NS-Propaganda lähmte nach und nach das Denken und Fühlen der Zuhörer.

Dokumentarische Abbildung zum ArtikelDanach,
Er macht diesen Gesichtsausdruck und diese Handbewegung.
Dokumentarische Abbildung zum ArtikelDieser berühmte
Unmittelbar nach der gestenreichen Rede tat Hitler
Er hebt die Augenbrauen
Überraschend ruhig…
zeigt ein … Gesicht.
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Hitler: „Seien wir froh. Die Zukunft liegt in unseren Händen.“

Propaganda

Die Strategie zur Aufwiegelung der Massen entwarf Hitlers Vertrauter, Propagandaminister Goebbels.

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Goebbels: „Wer als Herrscher Erfolg haben will, muss zuerst mit seiner Propaganda erfolgreich sein. Politik und Propaganda sind eine Einheit. Ob die Regierung eines Landes gelingt, hängt von der politischen Propaganda ab.“

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Goebbels schrieb am 17. Mai 1933 in sein Tagebuch: ‚Am Nachmittag treffe ich Leni Riefenstahl. Ich schlage ihr vor, einen Hitlerfilm zu machen. Sie ist von dem Vorhaben begeistert.‘

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Heute, mehr als 50 Jahre nach Kriegsende, behauptet Leni rückblickend, sie könne sich nicht erinnern, von einem solchen Angebot begeistert gewesen zu sein. In ihrem Haus am Starnberger See lebt sie in einer Welt der Erinnerungen.

Dokumentarische Abbildung zum Artikel[1998]

Leni Riefenstahl: „Ich hielt mich nicht für begabt. Ich hatte noch nie einen Dokumentarfilm gedreht. Ich wollte lieber Schauspielerin als Regisseurin sein. Aber ich konnte nicht ablehnen.“

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Selbst wenn sie, wie sie behauptete, anfangs wenig begeistert war, muss der Vorschlag allzu verlockend gewesen sein. Er eröffnete ihr die Aussicht auf einen Aufstieg in der Filmwelt, auf Geld und Ruhm.

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H. Döhring, ehemaliger Hausverwalter Hitlers: „Sie kam regelmäßig in die Berliner Reichskanzlei. Zeitweise fast täglich, manchmal sogar mehrmals am Tag. Aber dabei ging es weder um Vergnügen noch um eine Liebesgeschichte, sondern ausschließlich ums Geschäft. Sie besprachen den nächsten Film, doch Hitler konnte sich nicht entscheiden. Ihm kamen ständig neue Ideen, und jedes Mal wurde Leni in die Kanzlei gerufen.“

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Sie planten einen gewaltigen Propagandafilm über Hitler und seine Partei.

Goebbels’ Tagebuch: „Nach einer Besprechung mit Hitler begann Leni Riefenstahl mit den Dreharbeiten.“

Die Filme „Sieg des Glaubens“, „Triumph des Willens“ und „Tag der Freiheit“

Dokumentarische Abbildung zum Artikel‚Sieg des Glaubens‘
1933
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Nürnberg 1933. Leni erhielt den wichtigen Auftrag, den ersten Parteitag nach Hitlers Machtübernahme zu dokumentieren. Vor Riefenstahls Kamera wurden prachtvolle Feierlichkeiten inszeniert. Sie ging die schwierige Aufgabe entschlossen an.

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Lenis Biograf R. Rother: „Es war gewissermaßen eine Mutprobe. Bei ihrem allerersten Dokumentarfilm übertrug man ihr gleich den Reichsparteitag der NSDAP. ‚Sieg des Glaubens‘ war für sie kein vollkommen gelungenes Werk. Es fehlte an Aufnahmegeräten, und am Drehort musste sie mit dem auskommen, was verfügbar war.“

Auch der Diktator tastete sich noch an seine Selbstinszenierung heran. Sein Auftreten wirkte stellenweise noch unbeholfen.

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Lenis Biograf R. Rother: „In den Filmaufnahmen Hitlers aus dieser Zeit sieht man gelegentlich komische Gesten, deren er sich selbst nicht bewusst war. Er wusste noch nicht genau, wie er sich vor der Kamera verhalten sollte.“

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Im folgenden Jahr, 1934, wird Leni Riefenstahl erneut nach Nürnberg gerufen, um den Parteitag zu filmen. Mit den Erfahrungen des Vorjahres ist sie diesmal bestens vorbereitet. Sie beginnt die Dreharbeiten zu einem Film, den sie Hitler widmen will.

Dokumentarische Abbildung zum Artikel1998

„Die Dreharbeiten zu ‚Triumph des Willens‘ dauerten nur zehn Tage. Ursprünglich sollte ich gar nicht Regie führen, und ich war eher widerwillig. Ich wollte lieber spielen als inszenieren.“

„Triumph des Willens“ gilt als einer der wirkungsvollsten Propagandafilme des 20. Jahrhunderts. Die stilisierten Bilder vermitteln eine eindringliche Botschaft: Der Einzelne ist unbedeutend, der Staat ist alles – die Parole der Nationalsozialisten. Für die Dreharbeiten wurden vierzig Kameraleute und Tausende Statisten eingesetzt. Doch es gab nur einen Hauptdarsteller.

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Lenis Biograf R. Rother: „Besonders ungewöhnlich waren die Kamerapositionen. Sie filmte Menschen aus unterschiedlichen Höhen. Sie wollte eine Bildkomposition schaffen, in der die Menge zu Hitler aufblickte und Hitler auf die Menge hinabsah. So inszenierte sie die Liebe zwischen dem Herrscher und seinem Volk.“

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Hitler: „Wir wollen ein Volk sein. Ihr jungen Menschen, erweist euch dieses Volkes würdig. In unserer Zukunft brauchen wir keine Klassen und Stände.

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In eurer Zeit darf es das nicht mehr geben. Deutschland ist ein einziges Reich, und ihr werdet es tragen.“

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Hitlers ehemaliger Leibwächter W. Schneider: „Leni Riefenstahl wurde für die Festigung von Hitlers Macht zu einem unverzichtbaren Trumpf. Im Film erschien Hitler als der Führer, den sich das Publikum wünschte. In Wirklichkeit war er ganz anders. Hitler selbst sagte mitunter: Ich bin Deutschlands größter Schauspieler.“

Hitler war mit den Szenen zufrieden, in denen er selbst auftrat. Doch er bemerkte, dass etwas zu kurz kam: die Darstellung seiner Macht, des Militärs. Deshalb sollte im nächsten Film Hitlers Armee in den Vordergrund rücken.

Im Film „Tag der Freiheit“ demonstriert Hitlers voll bewaffnetes Reich mit martialischem Lärm seine Macht. Angesichts der Waffenmassen auf der Leinwand stauntestaunte die Welt. Noch war es nur eine Militärübung. Vier Jahre später jedoch wurden die Kämpfe Wirklichkeit.

Dokumentarische Abbildung zum Artikel‚Tag der Freiheit‘
1935
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Leni erzielte stetig Erfolge und knüpfte enge Beziehungen zur nationalsozialistischen Führung.

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Der Schauspieler B. Freitag: „Leni war mit den Naziführern so vertraut, dass sie sich ständig die Hände schüttelten und einander mit Blicken verständigten. Wie hätte sie da von der Politik Abstand halten können? Oder verbarg sie ihre wahren Überzeugungen und tat nur so, als hinge sie der nationalsozialistischen Ideologie an? Ich glaube, damals stimmte sie den Nationalsozialisten aus innerster Überzeugung zu. Wenn man sich einmal so tief eingelassen und so viel Einfluss gewonnen hat, ist es sehr schwer, sich der Macht zu widersetzenwidersetzen.“

Konflikt mit Goebbels

Propagandaminister Goebbels fühlte sich von Lenis Erfolgen bedroht. 1933 war das Verhältnis der beiden noch friedlich.

Goebbels’ Tagebuch: „Sie ist der einzige Star, der uns versteht.“

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Goebbels’ ehemaliger Adjutant W. v. Oven: „Leni Riefenstahl hatte ein sehr gutes Verhältnis zu Hitler. Wenn sie ihn darum bat, bekam sie alles, was sie für ihre Dreharbeiten brauchte. Für diesen großen Film benötigte sie sehr viele Kameraleute. Damals gab es nicht so viele Techniker wie heuteheute, aber sie mobilisierte sämtliche Leute, die sich irgendwie zusammentrommeln ließen. Dadurch kam praktisch die gesamte Produktion von Propagandafilmen, über die Goebbels verfügte, zum Erliegen. Deshalb begann Goebbels, sie immer mehr zu hassen, und auch Leni begegnete ihm kühl. Lenis Behauptung, Goebbels habe ihren Körper berührt, fiel mittenmitten in die Zeit, als sich ihr Konflikt zuspitzte.“

Als Hitler den Streit seiner Vertrauten bemerkte, brachte er die beiden eigens zur Versöhnung zusammen.

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Die beiden unterhalten sich angeregt neben dem Reichskanzler.

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Ein vertrauter Spaziergang in der Natur.

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Vor der Presse spielten die beiden wieder die alten Freunde.

Ein unbekannter Vorfall bei den Olympischen Spielen in Berlin

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Berlin 1936. Die Hauptstadt des Dritten Reichs fieberte den Olympischen Spielen entgegen.

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Den Besuchern aus aller Welt zeigte das Hitlerregime für kurze Zeit die Illusion einer friedlichen Welt.

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Sohn Kee-chung, Marathonsieger bei den Olympischen Spielen in Berlin: „Wir Sportler wurden sehr freundlich empfangen. Im Olympischen Dorf waren wir oft zu Feiern und Veranstaltungen eingeladen. Besichtigungen konnten wir jedoch nicht machen, deshalb wussten wir überhaupt nicht, wie es draußen aussah.“

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Der Diktator begibt sich zum Stadion. Die Olympischen Spiele, ein Fest des Friedens und des Sports, waren zugleich die große Bühne NS-Deutschlands. Hitler erkannte ihren Propagandawert und setzte dafür großzügig Staatsgelder ein.

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Der Filmhistoriker H. Hoffmann: „Für die Ausländer, die nach Deutschland kamen, wirkte Hitler wie ein durchaus sympathischer Mensch. Aber das war ein inszeniertes Bild. Der Diktator im Stadion wurde in rosigen Farben präsentiert. Alle veröffentlichten Filmaufnahmen Hitlers waren sorgfältig vorbereitet, zensiert und ausgewählt. Man inszenierte ihn stets als eine Gestalt mit einer besonderen Aura und verband ihn mit dem unbeschwerten, frischen Bild des Sports.“

Diese Aufnahmen wurden damals von der Zensur zurückgewiesenzurückgewiesen. Während des gesamten Wettkampfs wiegt Führer Hitler seinen Körper wie ein Schlafwandler hin und her. (Anmerkung: Bild unten. Hitler bewegt sich unablässig vor und zurück sowie nach beiden Seiten. Er beugt sich dabei nicht vor, um besser zuzusehen; es wirkt äußerst unnatürlich. Unter den Führungspersönlichkeiten um ihn herum ist selbstverständlich niemand, der solche Bewegungen macht.)

Aufnahmen, die der Würde des Diktators schaden konnten, wurden der Öffentlichkeit vorenthalten.

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Der Kameramann H. Ertl: „Während der Dreharbeiten kam es zu einem Zwischenfall, und zwar im Schwimmstadion. Plötzlich erschien eine junge, schöne Frau mit einem Hut. Mit einem Blumenstrauß im Arm lief sie zu Hitlers Sitzplatz. Natürlich war so etwas eigentlich nicht erlaubt, aber sie näherte sich ihm mit dem Strauß. Und dann geschah etwas Erstaunliches: Während sie ihm die Blumen überreichte, umarmte sie ihn und küsste ihn vor den Augen der großen Zuschauermenge leidenschaftlich.“

Dokumentarische Abbildung zum ArtikelWurde umarmt
Augenblick
Dokumentarische Abbildung zum Artikelspringt erschrocken auf
Hitler, der etwas beiseiteschiebt
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Der Kameramann H. Ertl: „Unmittelbar danach kam die SS zu uns und verlangte die Herausgabe des gerade gedrehten Films. Leni stritt eine Weile mit ihnen, sagte uns dann aber, wir sollten nur diesen Abschnitt herausschneiden und übergeben.“

Der Film „Olympia“

Leni Riefenstahl arbeitete an einem gewaltigen filmischen Epos über das Fest des Sports. Gedreht wurde auch außerhalb der Wettkampfstätten. An der Ostseeküste entwarf sie mit Modellen Bilder von den Ursprüngen des Sports. Kraft und Schönheit, die Schönheit des Körpers: Das war das Ideal der Zeit und auch ihr eigenes.

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„Mich interessiert nur das Schöne.“ So antwortete Leni Riefenstahl nach dem Krieg jedes Mal, wenn diese Bilder als faschistisch kritisiert wurden.

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Helden verschiedener Völker. Die nationalsozialistische Rassendiskriminierung wird im Film verborgen.

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Nach dem Ende der Olympischen Spiele zog sich Leni Riefenstahl mit dem gewaltigen Filmmaterial in den Schneideraum zurück. Erst zwei Jahre später war das zweiteilige, insgesamt vierstündige Großwerk fertig.

„Um das gedrehte Material einmal vollständig anzusehen, brauchten wir zehn Wochen, jeden Tag zehn Stunden. Vor dem Schnitt waren es 100.000 Meter Film. Daraus mussten wir lediglich vier Stunden auswählen und zusammenschneiden. Es war eine schier überwältigende Arbeit.“

So erhob Leni den Sport zur Kunst und schuf ein Meisterwerk der Filmgeschichte. (Foto unten: „Olympia“, 1938)

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1938 kam der Film auf Lenis Wunsch an Hitlers Geburtstag in die Kinos. Der Diktator war begeistert und höchst zufrieden.

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Goebbels auf der Bühne: „Der Deutsche Nationalpreis 1938 geht an Leni Riefenstahls zweiteiligen Film ‚Olympia‘.“

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Hitlers ehemaliger Leibwächter W. Schneider: „Leni Riefenstahls künstlerisches Talent diente der politischen Propaganda NS-Deutschlands und verlieh ihr eine schöne Fassade. In diesem Sinne war sie eine tragende Kraft der Partei.“

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Nach der Premiere wurde der Film auch im Ausland bekannt. Die Regisseurin ging mit ihm auf Welttournee. Das Nachbarland Österreich war gerade erst von Hitler an Deutschland angeschlossen worden.

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Leni Riefenstahl: „Es ist mir eine Ehre, bei der Premiere in Wien dabei zu sein. Ich bin zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder in Österreich und erstmals seit der Machtübernahme des Führers.“

Die Beziehung zu Hitler

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Zur selben Zeit wurde beim Nürnberger Karneval grotesker Antisemitismus zur Volksbelustigung.

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Die antijüdische Politik der Nationalsozialisten wurde immer radikaler. Unter ihren einflussreichen Anführern war ein Freund Lenis: Julius Streicher. Er gehörte zu den Kriegsverbrechern, die nach dem Krieg hingerichtet wurden.

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Julius Streicher: „Ein Land, das seine rassische Reinheit verliert, geht unweigerlich zugrunde.“

1938 schrieb er an Leni: „Liebe Leni, die Zeit mit dir ist immer wertvoll. Erfülle mit deinem Lächeln deine große Aufgabe. Dein Julius Streicher.“

Im November 1938 kam es zu den als „Kristallnacht“ bezeichneten massiven Angriffen auf Juden. Von da an verfolgte NS-Deutschland offen eine antijüdische Politik.

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Leni war damals nicht in Deutschland. Sie hielt sich in Amerika auf. Die Reporter stellten ihr die Frage, die alle beschäftigte.

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— Was ist mit den Berichten, Sie seien Hitlers Geliebte gewesen?

„Nein, das ist erfunden.“

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— Was sind die Tatsachen?

„Ich bin nicht seine Geliebte.“

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— Ein alter Freund?

„Ja. Seit 1932. Also seit einem Jahr vor seiner Ernennung zum Reichskanzler.“

Auch in Deutschland gab die Beziehung zwischen Hitler und der schönen Regisseurin Anlass zu Gerüchten. Verband die beiden tatsächlich mehr als Freundschaft?

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1939 verbrachte Leni ihren Sommerurlaub in einem Berghaus in Südtirol. Ihr Geburtstag war am 22. August. Drei Tage später traf in der Berliner Reichskanzlei ein Telegramm von ihr an Hitler ein.

‚— Die Glückwünsche des Führers waren das schönste Geschenk von allen. Jedes Mal, wenn ich die tiefroten Blumen berühre, empfinde ich ein unbeschreibliches Glück.‘

Heute behauptet sie, dieses Telegramm sei gefälscht.

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In Berlin, wo der Krieg immer näher rückte, schmiedete Hitler einen ungeheuren Plan: Er wollte die Stadt völlig umgestalten und die Welthauptstadt Germania errichten.

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Auf den Bauplänen war eine riesige Anlage zu sehen: Riefenstahls Filmstudio mit einer Gesamtfläche von 26.000 Quadratmetern. Es war ein Zeichen von Hitlers Freundschaft zu ihr.

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W. Schneider, ehemaliger Leibwächter Hitlers: „Eines Tages erhielten wir in der Berliner Reichskanzlei den Befehl, im großen Saal den Tisch zu decken. Bald erschien General Brückner von der SS mit Leni Riefenstahl, dann kam der Führer. Die beiden begrüßten sich … Diese Szene hat sich mir tief eingeprägt. Ihre schönen Augen funkelten geradezu glühend, als sie den Führer ansah. Es lag etwas Ungewöhnliches in der Luft.“

Hitler lobte Lenis Talent, Leni verehrte ihn als Führer. Ihr gutes Verhältnis hielt auch während des Krieges an.

Der Schock der grausamen Front

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Im September 1939 begann in Polen der Zweite Weltkrieg. Der Oberbefehlshaber begab sich sofort an die Front.

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Auch Leni reiste Hitler gewissermaßen hinterher nach Polen, um die Einsätze der deutschen Armee zu filmen.

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Filmkommentar: „Die Soldaten hielten die blutigen Kämpfe und die Strapazen auf dem Schlachtfeld tapfer aus.“

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Fotos von Riefenstahls Frontbesuch, erhalten im Album eines Deutschen. Sie wollte die siegestrunkenen Soldaten filmen. Doch dann geschah etwas Unerwartetes: In einem Feldlager wurden Soldaten der Wehrmacht beschossen.

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Der Kameramann G. Lantschner: „Wir waren gerade im Begriff, das Feldlager zu filmen. Da ereignete sich ein unerwarteter Zwischenfall, bei dem mehrere Menschen starben. Als sie das sah, war sie erschüttert und brach die Dreharbeiten schließlich ab.“

Dokumentarische Abbildung zum ArtikelEin Grab grab…
Jüdische Menschen, die … werden
Dokumentarische Abbildung zum Artikelerschossen …
Foto vom Schauplatz der … Straße
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Die Wut der Wehrmachtssoldaten entlud sich an Menschen, die mit dem Vorfall nichts zu tun hatten. Polnische Juden mussten Gräber für Soldaten ausheben und wurden auf der Straße erschossen. Leni Riefenstahl wurde Zeugin der grausigen Szene und mit der Wirklichkeit des Krieges konfrontiert.

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Der Kameramann G. Lantschner: „Sie war so erschüttert, dass an Dreharbeiten nicht mehr zu denken war. Sie wollte diesen Ort des Grauens nur so schnell wie möglich verlassen.“

Der Film „Tiefland“ – Heirat

Auch nachdem sie sich von den Aufnahmen der Kämpfe zurückgezogen hatte, blieb ihre Ergebenheit gegenüber ihrem Förderer unverändert.

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Das siegreich vorrückende NS-Deutschland besetzte bald Frankreich. Dass das Glückwunschtelegramm, das sie damals an Hitler schickte, echt ist, steht außer Zweifel.

‚Mein Führer. Zu Ihrem großen Sieg und dem Deutschlands gratuliere ich Ihnen. Worte allein können meine Ergriffenheit nicht ausreichend ausdrücken. Ihre Leni Riefenstahl.‘

Während des Krieges konzentrierte sich Leni Riefenstahl auf die Dreharbeiten zu „Tiefland“, einem Spielfilm, den sie schon lange hatte verwirklichen wollen. Es war ihr zweiter Versuch in diesem Genre.

Die Dreharbeiten zu „Tiefland“ fanden im süddeutschen Mittenwald statt. Der Drehplan verlängerte sich um ein Jahr und noch ein Jahr. Dass sie weiter an einem Film ohne Bezug zum Krieg arbeiten konnte, verdankte sie dem Schutz der Machthaber.

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Der Kameramann H. Hölscher: „Während der Dreharbeiten – es war im Herbst – wurden wir von starkem Schneefall überrascht, und alles war weiß. Da der Schnee bei den geplanten Szenen störte, rief sie jemanden in der Reichskanzlei an und bat darum, sofort eine Kompanie zu schicken, um die Dächer vom Schnee zu räumen. Tatsächlich kam eine Kompanie. Ihr Kommandeur war Peter Jacob. Kaum hatte Jacob Leni gesehen, soll er sie schroff angefahren haben: Sie müssen verrückt sein, mich und meine Männer Schnee schippen zu lassen. Danach verliebte sich Leni unsterblich in ihn. Erstaunlicherweise heiratete sie ihn gegen Kriegsende tatsächlich.“

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Doch auch diese Ehe hielt nicht lange und wurde kurz nach dem Krieg geschieden.

Tätigkeit und Aussagen nach dem Krieg

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1944 besuchte Leni Riefenstahl Hitler auf dem Berghof. Bei dieser letzten Begegnung wirkte der Diktator niedergeschlagen.

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Mai 1944. Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete der Krieg in Europa. Die Alliierten ermittelten umfassend die Kriegsverantwortlichen des nationalsozialistischen Deutschlands und ihre Helfer. Auch Regisseurin Leni Riefenstahl wurde als bedeutende Persönlichkeit des NS-Staates festgenommen und verhört.

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Der ehemalige amerikanische Offizier I. Rosenbaum: „Mein erster Eindruck war, dass sie während des Verhörs wie eine innerlich zerbrochene Kranke wirkte. Tatsächlich schien es ihr körperlich schlecht zu gehen. Wir hielten sie für eine Freundin von Goebbels und Hitler, die bereitwillig mit den Nazis zusammengearbeitet hatte. Doch dieses Bild einer furchtlosen Frau passte nicht zu der schwachen Person vor uns. Sie war völlig niedergeschlagen. Ich glaube, am liebsten hätte sie alles vergessen.“

Wegen ihrer Mitwirkung an der nationalsozialistischen Propaganda wurde sie zur Verantwortung gezogen und blieb danach anhaltend scharfer Kritik ausgesetzt.

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I. Rosenbaum, ehemaliger amerikanischer Offizier: „Ich glaube, Riefenstahl verstand durchaus, was sie getan hatte und welche gesellschaftliche Verantwortung sie trug. Doch sie weigerte sich, das einzugestehen. Vermutlich wollte sie damit ihre Würde wahren und sich rechtfertigen. Aber ihre Äußerungen und ihr Verhalten waren voller Täuschung. Selbst sie dürfte ihre eigenen Ausreden höchstens zur Hälfte für glaubhaft gehalten haben.“

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Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Leni Riefenstahl eine Sympathisantin des Nationalsozialismus gewesen war. Auch danach behauptete sie weiter, sie habe mit Politik nichts zu tun gehabt, und ihre Beurteilung nach dem Krieg sei ungerecht.

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Leni Riefenstahl (1998): „Die Öffentlichkeit hat mich ausgelöscht. Ich liebte die Arbeit mit Bildern, ging darin auf und suchte nach neuer Kunst. Trotzdem hielt man mich 50 Jahre lang vom Filmemachen fern. Das kommt einer Aufforderung zu sterben gleich.“

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Es war ihr keineswegs verboten worden, im Filmgeschäft zu arbeiten. 1956 begannen in Afrika die Dreharbeiten zu dem Spielfilm „Schwarze Fracht“.

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Der Kameramann H. Hoelscher: „‚Schwarze Fracht‘ erzählt die Geschichte eines Forschers. Seine Frau bricht mit einem Sklavenhändler auf, um ihren in Zentralafrika verschollenen Mann zu suchen. Die Aufnahmen, etwa die Szenen des Sklaventransports, sollten tatsächlich in der afrikanischen Wildnis gedreht werden.“

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Monate vergingen vor Ort mit der Ausarbeitung der Filmszenen. In dieser Zeit wurde nicht einmal ein Meter Film gedreht.

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Der Kameramann H. Hölscher: „Viel Zeit war vergangen, selbst die Boote für die Aufnahmen waren schon fertig. Aber es gab keinen konkreten Plan, wann welche Szene gedreht werden sollte. Diese gemächliche, unsinnige Arbeitsweise war nicht mehr tragbar.“

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Leni wollte in diesem Film selbst die Hauptrolle spielen und als Schauspielerin zurückkehren. Doch gerade als endlichendlich einige Probeaufnahmen begonnen hatten, beschlossen die Geldgeber, sich aus dem Film zurückzuziehen. Die Dreharbeiten scheitertenscheiterten.

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Der Kameramann H. Hoelscher: „Alle Regisseure arbeiteten damals unter ähnlichen Bedingungen. Sie allein wurde keineswegs besonders schlecht behandelt. Aber sie konnte sich mit diesen Bedingungen nicht abfinden. Sie wurde nicht begraben, sondern scheiterte selbst.“

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In Afrika fand Leni etwas, dem sie sich neben dem Film widmen konnte. Später veröffentlichte sie einen Fotoband über die Nuba im Sudan.

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Leni Riefenstahl: „Moment. Verstehen Sie? Wenn Sie ‚Triumph des Willens‘ meinen, den ich 1934 gedreht habe: Das war lediglich eine Dokumentation und hatte nichts mit Ideologie zu tun.“

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Der Filmhistoriker H. Hoffmann: „Sie lebt in ihrer eigenen Wahrheit und empfindet nicht einmal einen Widerspruch zwischen ihren Worten und Taten. Natürlich verurteilt sie die nationalsozialistische Judenpolitik. Aber sie ist fest davon überzeugt, dass Hitler selbst oder ihre Beziehung zu Hitler auf einer völlig anderen Ebene liegen.“

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Leni Riefenstahl (1976): „Jahrzehntelang wurde ich wie eine Hexe behandelt, bis meine Nerven zerrüttet waren. Wie sehr mich diese herzlosen Verleumdungen verletzt haben!“

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Heute blickt die Welt auf das 20. Jahrhundert zurück und versucht, Leni Riefenstahls außergewöhnliches Talent und dessen Wirkung objektiv neu zu bewerten. Sie selbst interessiert sich jedoch nicht einmal mehr dafür, wie die Zeit das beurteilt, was sie getangetan hat.

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Leni Riefenstahl (2000): „Ich will mein Leben nur noch zu Ende leben. Der Vorhang wird sich bald schließen. Was die Welt von mir hält, ist mir gleichgültig.“

Auf der Bühne des Lebens versucht Leni Riefenstahl, ihre Rolle bis zum Ende zu spielen. Die Wahrheit liegt in ihr und wird mit ihr verschwinden.